Die interessantesten Ostseebäder Mecklenburg-Vorpommerns ...

Teil 2: Inseln
 

Fischland - Darss - Zingst

Dierhagen: Eingerahmt von Ostsee und Saaler Bodden liegt das Ostseebad Dierhagen, einst Bauern-, Fischer-, und Seefahrerdorf, am Fuße der Halbinsel Fischland - Darß - Zingst. Dierhagen-Strand ist der jüngere Ortsteil und gleichzeitig der eigentliche Badeort umgeben von Wald, Moor und Wiesen.
Südwestlich von Dierhagen liegen die beiden Naturschutzgebiete Dierhäger Moor und das Groe Moor, ein ehemaliges Küstenhochmoor, in dem seltene Pflanzen, u.a. Sonnentau, zu finden sind.

Das im Mittelalter gegründete Dorf besitzt einen Hafen, der zur Zeit der Segelschifffahrt von Bedeutung war. Der alte Kern von Dierhagen liegt am Saaler Bodden, während an der Ostsee die jüngeren Ortsteile des Ostseebades entstanden. Dierhagen-Strand entwickelte sich nach 1945 zu einem prominenten Ferienort.

Wustrow: Wustrow liegt zwischen Ostsee und Saaler Bodden. Das Ostseebad wird einerseits durch seine vielseitige Natur geprägt, den kilometerlangen Sandstrand, die Dünenlandschaft mit den Küstenschutzwäldern und den Blick über die Weite des Boddens, andererseits sind es die in der Ziegelbauweise errichteten Wustrower Fischer- und Kapitänshäuser, die das Flair bestimmen. Beispiele für die typischen Krüppelwalmdachhäuser finden sich in der Neuen Straße, wo auch das 250 Jahre alte "Fischlandhaus" - eine ehemalige Büdnerei - steht. Im einst bedeutenden Hafen liegen die Zeese genannten Segelboote, mit denen im Bodden gefischt wurde. Mit den Booten werden heute im Sommer Regatten gefahren.

Eine weitere Attraktion des Ortes ist die 1993 fertiggestellte Seebrücke. Die 230 m lange Brücke ist ideal zum Schlendern und Angeln. Angler dürfen dort ab 20 Uhr bis morgens 6 Uhr ihre Angeln auswerfen.

Wustrow ist der älteste Ort auf Fischland. Zu Wohlstand brachte es die Bevölkerung des Fischlandes vor allem durch ihre Segelschiffe, die bis zum Aufkommen der Dampfschifffahrt auf allen Meeren segelten. Die alte Seefahrtstradition führte 1846 zur Gründung der Großherzoglich-Mecklenburgischen Navigationsschule. Diese Schule ging später in der Hochschule für Seefahrt Warnemünde-Wustrow auf, die 1992 geschlossen wurde.

Ahrenshoop: Ahrenshoop, auf dem schmalen Verbindungsstück zwischen Fischland und Darß gelegen, ist eines der charmantesten Seebäder der Halbinselkette. Bekannt wurde es vor allem als Künstlerkolonie. Nachdem der Maler Paul Müller-Kaempf 1892 in der Dorfstraße sein eigenes Wohnhaus und 1894 die St. Lukas-Pension für seine Malschülerinnen gebaut hatte, zog es immer mehr Künstler und Künstlerinnen nach Ahrenshoop. 1909 ließ Müller-Kaempf für die Mitglieder der Künstlerkolonie einen Kunstkaten als Austellungsraum errichten. Heute bieten die 1922 eröffnete Bunte Stube, der Kunstkaten und andere Galerien wechselnde Austellungen sowie musikalische und literarische Veranstaltungen.

Sehenswert sind auch die Dorfkirche, das Café Namenlos und das rund 50 ha große Waldgebiet am nordöstlichen Ortsrand mit seinen Stechpalmen.

Die überlieferte Geschichte des Ortes beginnt im 14. Jahrhundert, als Barnim VI. von Pommern am Darßer Kanal einen kleinen Hafen anlegte. 1395 wurde dieser von den Rostockern, die Konkurrenz befürchteten, zerstört. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts begann der Ort sich zu einem Künstlerdomizil zu entwickeln. Heute gehört Ahrenshoop zu den beliebtesten Ostseebädern der Region.

Prerow: Als ehemaliges Seefahrer- und Fischerdorf kann Prerow heute auf eine 100-jährige Tradition als Badeort zurückblicken. Schilfgedeckte Häuser mit "Darßer Türen", eingerahmt von beruhigendem Grün, bestimmen noch heute einen großen Teil des Ortsbildes. Begrenzt wird der Ort im Westen durch den urwaldähnlichen Darßwald und im Süden durch die reizvolle Boddenlandschaft.

Wie eigentlich alle Orte auf der Halbinselkette strahlt Prerow trotz zahlreicher Feriengäste noch viel Gemütlichkeit und eine freundliche Atmosphäre aus, die zu einem längeren Aufenthalt einladen. Sehenswert ist die am Prerowufer gelegene Seemannskirche. Die Innenauststattung des 1726-1728 erbauten Gotteshauses mit umlaufender Holzempore, Taufkapelle (1740), Kanzel und Altar stammt ebenfalls aus dem 18.Jahrhundert, besonders hübsch sind die alten Schiffsmodelle an den Wänden. An der 394 m langen und drei Meter breiten Seebrücke in Prerow wird demnächst das bei Urlaubern überaus beliebte "Dünenhaus" nach umfassender Modernisierung wieder eröffnet.

Nach dem Prerowstrom, der bis 1874 hier ins Meer mündete und damit die Insel Zingst vom Darß trennte, wurde das Dorf benannt, das sich zu einem hübschen Seebad entwickelte, dessen beinahe 80m breiter Nordstrand gerühmt wird. Etwas landeinwärts, am toten Wasserarm der Prerow, liegt der alte Ortskern mit dem Hafen; der junge, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Ferienort breitete sich von dort ziemlich weit westwärts in Richtung zur Küste hin aus, wenn auch etwas fächerartig.

Zingst: Als Hauptort der gleichnamigen Halbinsel entstand im 19.Jahrhundert das Ostseebad Zingst. Über die Entwicklung von Zingst zum Ostseebad und vor allem über die große Zeit der Segelschifffahrt informiert das in einem ehemaligen Kapitänshaus untergebrachte Heimatmuseum. Mitten im Ort steht die Dorfkirche, die 1860/1862 als turmloser, neogotischer Backsteinbau errichtet wurde. In Zingst steht das neue "Haus des Gastes" - direkt vor der 270 m langen Seebrücke - den Besuchern offen. Im Herbst findet dort am breiten Sandstrand traditionell das Drachenbootfest statt. Bei Fußgängern und Fahrradfahrern als "Flaniermeile" gleichermaßen beliebt ist der Deich, der den Ort von den Dünen und dem feinsandigen, 12 km langen Strand trennt.

Aus mehreren Siedlungen entstand im 19. Jahrhundert das Bauern-, Schiffer- und Fischerdorf Zingst. Als die Bedeutung der Segelschifffahrt sank, gründeten die Bewohner von Zingst 1881 ein Badekomitee zur Einführung des Badewesens. Im Jahre 1880 lebten 80 Kapitäne und mindestens doppelt so viele Seeleute hier. Im Hafen von Zingst legen heute keine Segelschiffe mehr an, dafür aber die Ausflugsdampfer, die nach Stralsund, zur Insel Hiddensee oder zu Boddenrundfahrten starten.
 

Insel Rügen

Die Insel Rügen ist mit etwa 1100 qkm die größte Insel Deutschlands. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich: kilometerlange einsame Sandstrände, fischreiche Buchten, Kreidebrüche, waldreiches Hügelland, kleine Fischerdörfer und belebte Ostseebäder. Der Königsstuhl ist mit 118 m der höchste und wohl bekannteste Punkt der Ostseeküste. Im Südosten der Insel macht der "Rasende Roland" Dampf und bringt Sie in die drei bedeutendsten Ostseebäder Binz, Sellin und Göhren.

Binz: Binz (ca. 5882 Einwohner), als Dorf erstmals 1318 erwähnt, ist das größte und bekannteste Seebad auf Rügen. Beeindruckend ist vor allen die reichhaltige Bäderarchitektur, die dem Ort ihren spezifischen Charakter verleiht. Viele Fassaden der Villen und Pensionen sind mit Ecktürmchen, hölzernen Balkonen oder Veranden geschmückt. Von der 370 m langen Seebrücke legen Ausflugsschiffe zu anderen Ostseebädern und zur Kreideküste ab.

Auch die Feuersteinfelder der Schmalen Heide und das Jagdschloss Granitz befinden sich in der Nähe und bieten sich als Ausflugsmöglichkeiten an. Entspannung und Erholung bieten die zahlreichen Sport- und Freizeitangebote.

Als Pendant zur Promenade an der Ostsee wurde in 2003 eine wunderschöne Seepromenade am Schmachter See fertiggestellt, die zum neuen "Garten der Sinne" am Seeufer führt.

Sellin: Das Ostseebad Sellin liegt inmitten eines ausgedehnten Hochwaldes auf der Halbinsel Mönchgut im Südosten Rügens. Sellin zählt neben Binz und Göhren zu den bedeutendsten Badeorten auf Rügen. Die Wilhelmstraße mit ihren prächtigen Häusern aus der Ursprungszeit der Bäderarchitektur führt hinauf bis zur 30 m hohen Steilküste, wo man über eine steile Treppe oder im Fahrstuhl zur Seebrücke oder zur Promenade am Südstrand hinabgelangt.

Sellin besitzt nicht nur die längste (394 m), sondern auch die schönste Seebrücke auf Rügen. Auf den ersten Blick wirkt sie mit ihren Türmen und Kuppeln so zauberhaft wie ein Märchenschloss. Abends strahlen darauf Lichterketten und locken die Besucher aufs Brückengebäude in die Restaurants "Palmengarten" und "Kaisergarten".

Der alte Kern von Sellin, ein bereits 1225 genanntes Fischerdorf, befindet sich am Selliner See, während der Badeort an der Ostsee erst nach Anschluss an die Schmalspurbahn entstand. Landschaftlich besonders reizvoll ist die Lage von Sellin an der Steilküste. Die waldreiche Umgebung bietet gute Wandermöglichkeiten.

Baabe: Inmitten von Laub- und Nadelwäldern, im Westen begrenzt durch den Selliner See befindet sich das Ostseebad Baabe. Hübsche rohrgedeckte Wohnhäuser im traditionellen Stil, kleine Pensionen und Hotels prägen das Gesicht des Ortes. Eine 3 km lange Promenade lädt zu einem Spaziergang nach Göhren ein. Wer in Baabe Campingurlaub machen möchte, ist hier am richtigen Ort: Der Campingplatz liegt direkt hinter den Dünen im Wald.

Das Fischerdorf Baabe hat sich erst um die Jahrhundertwende zum Badeort entwickelt. Der alte, seit slawischer Zeit besiedelte Ortskern lag am Selliner See. Erst mit zunehmendem Badetourismus dehnte sich der Ort bis zur Ostsee hin aus.

Göhren: Göhren gehört mit Sellin und Binz zu den führenden Badeorten der Insel Rügen. Pensionen und Ferienhäuser wurden hauptsächlich im typischen Stil der Bäderarchitektur der Ostsee errichtet. Göhren ist der größte Ort auf dem Mönchgut, einer abwechslungsreichen Halbinsel mit kleinen Fischer- und Bauerndörfern. Mit der Geschichte dieses Landstrichs kann man sich im Mönchgutmuseum vertraut machen. Eine 3 km lange Strandpromenade verbindet das Ostseebad mit dem Nachbarort Baabe. Und am nördlichen Ende des Strandes stößt man auf den größten Findling der Ostseeküste, den "Buskam".
Weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes sind die Schmalspurbahn "Rasender Roland", die Hünengräber, der Kurpavillion (1925) und die 1991 wieder errichtete 270 m lange Seebrücke. Von hier aus werden Schiffs-Exkursionen angeboten, unter anderem auf die kleine Insel Oie.
 
Der Ort Göhren existiert seit dem Mittelalter. Damals waren hier hauptsächlich Bauern, Fischer und Lotsen angesiedelt. Seit 1360 war Göhren und Umgebung für mehrere Jahrhunderte im Besitz des Zisterzienserklosters Eldena bei Greifswald. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zu einem der führenden Seebäder der Insel Rügen.

Sassnitz: Sassnitz befindet sich im Nordosten Rügens und ist die zweitgrößte Stadt der Insel. Der traditionelle Badeort wird heute vor allem durch den Hafenbetrieb geprägt und ist bekannt durch die Fährverbindungen nach Skandinavien. Die Sassnitzer Seebrücke ist ein beliebtes Ausflugsziel, um die Ostseefähren von und nach Schweden zu bestaunen.

Sassnitz bietet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Stubnitz an. Die Kreidefelsen mit dem Königstuhl, dem bekanntesten und schönsten Naturdenkmal Rügens, befinden sich ganz in der Nähe.

Sassnitz, ein ehemaliges Fischerdorf mit nur wenigen Fischerkaten, entstand 1906 durch den Zusammenschluss der beiden Dörfer Crampas und Sassnitz. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war Sassnitz ein fast mondäner Badeort. Prominente Gäste wie Theodor Fontane und Johannes Brahms verbrachten hier ihre Ferien. 1909 begann mit der Eisenbahnfähre nach Schweden der Fährbetrieb. Nach 1945 entwickelte sich Sassnitz durch das Kreidewerk, Fischfang und Fischverarbeitung zu einem Industriestandort. Heute ist der Hafen der wichtigste Erwerbszweig in Sassnitz.

Breege / Juliusruh: Juliusruh liegt an der Schaabe, einer bewaldeten Verbindung zwischen Breege-Juliusruh und Glowe mit einem 8,7 km langen Radwanderweg - ein Naturparadies und ideal für Radler, Wanderer und Inline-Skater. Der Wanderer hat außerdem die Möglichkeit, die Schaabe  direkt am Ostseestrand oder aber entlang des Boddens zu durchwandern, was besonders in der Herbstzeit einen faszinierenden Reiz bietet. Der Ort Juliusruh bietet einen schönen langen Sandstrand mit Blick über die Tromper Wiek, während der direkt benachbarte ehemalige Schiffer- und Fischerort Breege mit kleinem Boddenhafen und Boddenblick lockt.
 

Insel Hiddensee

Der 17 km lange und zwischen 3 km und 125 m breite Landstreifen der Insel Hiddensee ist der Westküste der "großen Schwester" Rügen vorgelagert. Die knapp 19 qkm große Insel kann nur mit der Fähre von Stralsund oder Schaprode auf Rügen aus erreicht werden. Bekannt ist die kleine Insel (ca. 1281 Einwohner) für ihre schönen Strände an der West- und Nordküste und ihre naturgeschützte Landschaft mit einzigartiger Flora und Fauna. Obgleich die Insel, die seit dem Jahr 1990 zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehört, in den Sommermonaten nicht über zu wenige Besucher klagen kann, gilt sie immer noch als ein kleines Paradies für solche, die ländliche Atmosphäre und eine intakte Natur mehr schützen als ein großzügiges Vergnügungsangebot. Ruhe auf der Insel bringt u. a. das Autoverbot - wer nicht zu Fuß gehen will, muss sich aufs Fahrrad schwingen oder ein Pferdefuhrwerk als Taxi benutzen.

Der Name "Hidensey" taucht zum ersten Mal in Geschichtsschriften des 12. Jahrhunderts auf. Funde belegen, daß die Insel bereits im Mesolithikum und in der Bronzezeit besiedelt war. Nach der Völkerwanderung ließen sich Slawen auf Hiddensee nieder, bis die Insel im 12. Jahrhundert in dänischen Besitz geriet. 1296 gründete das Zisterzienserkloster Neuenkamp (heute Franzburg) im Norden der Insel eine Filiation, die zur Keimzelle des Ortes Kloster wurde.
Fischerei und Landwirtschaft bildeten die einzige Lebensgrunlage der Bevälkerung, bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Fremdenverkehr einsetzte. Zunächst waren es vorrangig Prominente aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft, wie zum Beispiel Albert Einstein, Sigmund Freud oder Gerhart Hauptmann, die hier Erholung suchten. Trotz steigender Gästezahlen blieb Hiddensee ein stilles, geruhsames Fleckchen, das auch zu DDR-Zeiten vom Ausbau zum frequentierten Seebad verschont blieb.

 

Insel Usedom

Die nach Rügen zweitgrößte deutsche Ostseeinsel ist auf einer Länge von 42 km der Ostseeküste im Odermündungsbereich vorgelagert und trennt Peenestrom, Achterwasser und Oderhaff vom offenen Meer. Von den 445 qkm der Insel gehören 354 zum Land Mecklenburg-Vorpommern, der kleinere, östliche Teil von Usedom liegt seit 1945 auf polnischem Gebiet. Der Name Usedom geht auf das slawische Wort "uznam" zurück, was soviel wie Mündung bedeutet.

Die schöne Inselnatur mit langen, feinsandigen Stränden, dahinter Wäldern und kleinen Seen sowie einer stillen Hafflandschaft an der dem Festland zugekehrten Seite machte Usedom schon im 19. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Sommerurlaubsziele im Norden Deutschlands, die um die Jahrhundertwende spöttisch auch als "Badewanne Berlins" bezeichnet wurde.

Die ältesten Zeugnisse einer Besiedlung Usedoms stammen aus der Jungsteinzeit und sind der sogenannten Trichterbecherkultur zuzurechnen. Die slawischen Stämme, die auf die germanische Bevölkerung folgten, wohnten in Runddörfern und hinterließen Burgwallanlagen, wie man sie in Neppermin, Mellenthin und in der Stadt Usedom vorfindet. Die Missionstätigkeit führte in den 20er Jahren des 12. Jahrhunderts Bischof Otto von Bamberg auf die Insel, der in der slawischen Siedlung Usedom predigte und den Grundstein für die dortige Marienkirche legte. 1156 gründeten Prämonstratenser-Mönche das erste Kloster auf Usedom, in das schon sehr früh auch deutsche Kolonisten einwanderten. Ab 1630 gehörte die Insel bis 1721 zu Schweden, danach zu Pommern. Fischfang war neben Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig der Inselbewohner. Das heute polnische Swinemünde machte 1821 den Anfang mit dem Badebetrieb - ein Erwerbszweig, der seitdem aus dem Wirtschaftsleben der Insel nicht mehr wegzudenken ist.

Ahlbeck: Ahlbeck gehört mit Heringsdorf und Bansin zu den bekanntesten Seebädern auf Usedom. Eine 10 km lange Promenade verbindet die drei fast zusammengewachsenen Orte. Da Ahlbeck gewissermaßen vor den Toren der Hauptstadt Berlin lag, erhielt es den Beinamen "Badewanne Berlins". Viele Pensionen, Hotels und Villen wurden im Stil der sogenannten Bäderarchitektur gebaut und sind meist verputzte Backsteingebäude mit Balkonen und Erkern. Wahrzeichen des Ortes ist die Seebrücke, eine Holzkonstruktion mit viertürmiger Aussichtsplattform und Gaststätte.

Heringsdorf:

Heringsdorf, das einst vornehmste Seebad an der vorpommerschen Ostseeküste, lockt auch heute noch zahlreiche Touristen an seinen breiten feinsandigen Strand. Viele noch erhaltene prunkvolle Villen mit parkähnlichen Gärten künden von der glanzvollen Vergangenheit. Einige von ihnen sind mit Ecktürmchen, Säulen, Holzveranden oder verglasten Wintergärten geschmückt. In der Villa "Irmgard", in der einst auch der russische Dichter Maxim Gorki seine Ferien verbrachte, erinnert heute ein Museum an berühmte Heringsdorfer Gäste, wie z.B. Johann Strauß und Heinrich Mann. Sehenswert ist auch das Muschelmuseum, das sich auf der Seebrücke befindet. Die Seebrücke selbst ist im Stil der Moderne errichtet und mit einer Gesamtlänge von 508 Metern die längste auf dem europäischen Festland. Einzigartig sind die Aufbauten aus Stahl und Glas, insbesondere das aus der Ferne wie ein Ufo wirkende Restaurant auf dem Brückenkopf. Das Hauptgebäude der Seebrücke an Land ist wie eine großstädtische Passage mit Cafés, Kino, Bars, Läden und Galerien angelegt.

1820 erhielt die zwei Jahre zuvor durch den Gutsbesitzer von Bülow gegründete Fischerkolonie den Namen Heringsdorf. 1825 ließ von Bülow die ersten drei Logierhäuser u.a. auch das sogenannte Weiße Schloss auf dem Kulm-Berg bauen. Der Bau der dreischiffigen neugotischen Kirche erfolgte auf Veranlassung des künftigen Königs von Preußen im Jahre 1842. Durch die 1872 gegründete "Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf" nahm die Entwicklung des Fischerortes eine rasante Entwicklung, Heringsdorf wurde bald das Bad der vornehmsten Gesellschaft. Die 1891/92 gebaute 500 m lange Seebrücke mit türmchenreichen Aufbauten wurde bei einem Brandanschlag 1958 zerstört, erstrahlt aber heute in neuem Glanz.

Bansin: Feinster weißer Sand, schneeweiße Häuser in heiterer Architektur, und bisweilen türkisfarbenes Wasser geben dem Ort ein fast südländisches Flair. Das Örtchen zwischem dem  Schloonsee und dem bewaldeten Langen Berg verfügt über zahlreiche Pensionshäuser aus der Gründerzeit.  Bansin ging nicht aus einem Fischer- oder Bauerndorf hervor, sondern wurde 1897 als Erholungsort gegründet und bekam 1923 als erstes deutsches Seebad die sogenannte Freibadeerlaubnis: Die Badeanstalt konnte abgebaut werden, denn nun durften sich die Gäste am Strand frei in Badekleidung bewegen. Urlauber, die das Abenteuer suchen, können sich im Tropenhaus auf eine kleine Safari begeben. Wer dagegen auf Schimmels Rappen unterwegs ist, dem sei eine Wanderung zum Hochmoor Mümmelkensee empfohlen.

Zinnowitz: Umgeben und geschützt von Laub- und Nadelwäldern schmiegt sich Zinnowitz an den feinen weißen und 2  km langen Strand im Norden Usedoms. Noble Villen und Hotels zeugen von der etwa 150-jährigen Tradition als Badeort - 1851 begann die Ausdehnung des am Achterwasser liegenden ehenaligen Fischerdorfes in Richtung Ostseestrand und damit die Entwicklung zum Seebad. Wanderfreudige Familien dürfen sich auf die Halbinsel Gnitz freuen, eine zauberhafte Landschaft mit Steilküste und flachem Land, an dessen Südspitze das Naturschutzgebiet Möwenort berauschende Aus- und Einblicke in eine noch unberührte Landschaft mit Küsten, Wiesen, Weiden, Wacholder- und Holunderbeersträuchern sowie einen fabelhaften Blick auf den Peenestrom bietet.


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